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Katerina Timm: Hexenschwester

15. Januar 2010 | Von Simone Blaß

Mittelalterromane gleichen sich oft fst wie ein Ei dem anderen. Und auch dieser historische Roman wirkt auf den ersten Blick wie Massen seinesgleichen. Allerdings nur auf den ersten Blick.

hexenschwester

Denn in dieser Geschichte von den beiden Zwillingsschwestern Lene und Clara verstecken sich immer wieder Wendungen, die man so nicht erwartet hat. Die Geschichte ist gut aufgebaut, trotz der rund 450 Seiten gleichbleibend interessant bis spannend und sie behandelt alles, was man von einem solchen Buch erwartet: Mittelalterliche Grausamkeiten, Hexenprozesse, Elend, Pest, komplizierte Konstellationen und natürlich Herzschmerz. Und davon nicht zu wenig.

Lene und Lenhard sind sich bereits als Kinder sicher, dass sie füreinander bestimmt sind. Doch das Schicksal will es anders und der Junge verschwindet auf grausame Weise aus dem Leben der Zwillingsschwestern. Und auch, als Lene sich später in Velten verliebt und glaubt, der Buchbinder erwidere ihre Gefühle, wird sie bitter enttäuscht. Er will ihre Schwester, die er abgöttisch liebt. Frustriert begibt sich das Mädchen in sein Schicksal, heiratet den Schuhmacher Contz und zieht damit die große Niete. Denn der nichtsnutzige Kerl haut ab, als Lene ihn am dringendsten braucht und als er wieder heimkommt, hat er den geheimnisvollen Julio mitsamt dessen naiver Schwester Barbara im Schlepptau. Die beiden spielen eine entscheidende Rolle im weiteren Verlauf des Romans, in dem die Hexenverfolgung immer mehr in den Mittelpunkt des Geschehens rückt und Clara sich entscheidet, ein grausames Schicksal anzutreten, um Lenes Leben zu retten und da ist sie nicht die einzige.

Katerina Timm: “Hexenschwester”, erschienen bei Marion von Schröder im Oktober 2009.



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